Niu N1s – Die erste Fahrt mit einem eRoller

Wie es sich gehört, schüttete es am 6. Juli morgens wie aus Kübeln. „Prima Wetter für die erste Fahrt!“ dachte ich mir. Aber im Laufe des Tages wurde besser. Und so wollte ich zur ersten Fahrt starten.

Natürlich war der Akku voll geladen und ich steckte den Schlüssel rein und setzte mich auf meinen matt grauen Niu. Und die Alarmanlage ging los.Öhm. Ja. Nur gut, dass ich im Innenhof eines Firmenkomplexes stand. Lautloses Fahren kann also doch für Aufmerksamkeit sorgen. Schnell fummelte ich also an der Fernbedienung und schaffte es, den richtigen Knopf zu drücken. Alarmanlage funktioniert also. Dann aber. Zünd (???)-Schlüssel drehen, Startknopf drücken und das grüne „Ready“ leuchtete auf. Vorsichtig am Gasgriff drehen. Wirklich vorsichtig, denn ich merkte sofort, dass der Niu N1s abgeht wie Schmidts Katze. Oder meine Katzen, wenn es Leckerli gibt. Holla die Waldfee!

Wenn es etwas gibt, dass innerhalb von 5 Sekunden süchtig macht, dann wohl das lautlose, kräftige Anziehen des Elektromotors. Der Niu beschleunigt gleichmäßig durch bis ca. 49km/h laut Tacho. Selbst am relativ steilen Berg schafft er es, meine über 100kg Körpergewicht zu beschleunigen. Fast so, als wäre es auf ebener Strecke. Respekt! Wenn ich da an meine Benzin-Roller denke….

Unglaublich ist dieses lautlose Dahingleiten. Man nimmt seine Umwelt wesentlich besser wahr und hat das Gefühl, sich in ihr zu bewegen, als nur durch sie hindurch zu knattern. Ich befürchte, dass sich eRoller inflationär verbreiten werden. Die Saat ist gelegt und mit jedem Verbrennungsroller, den man an der Ampel hinter sich lässt wird die Neugier der Menschen steigen, und ich bin mir sicher, dass es vielen so geht wie mir. Sucht ab den ersten Sekunden.

Der Niu N1s hat die größe eines normalen Rollers. Der Lenker ist relativ weit oben, die Außenspiegel ermöglichen gerade so den Blick nach hinten und für die Betätigung des Blinkers muss man schon den Daumen ganz schön strecken. Im großen und ganzen ist die Verarbeitung gut, nur die Sitzbank ist etwas, sagen wir, dünn und wackelig. Aber das hatte ich auch bei anderen Rollern. Die Bremsen greifen fest und lassen sich gut dosieren. An der Ampel kann man dann noch seinen Blinkersound einstellen (2 Sekunden Blinkerschalter nach Rechts drücken, dann 2 Sekunden nach links, dann wieder nach Rechts), um den am wenigsten nervigen auszuwählen.

Erstes Fazit nach den ersten Kilometern: Wer sich Sorgen um die Reichweite macht, der sollte sich überlegen, wie weit man am Tag mit einem „50er“ Roller am Tag fährt. Das Fahrgefühl ist unglaublich und das Handling des N1 ist unkompliziert und gutmütig.